Backnang auf dem Weg zur Fairtrade Stadt

Die Kampagne Fairtrade Towns - Backnang setzt sich in Bewegung

Fairtrade Towns gibt es mittlerweile in 24 Ländern weltweit - über 1200 Städte haben sich bereits dem gemeinsamen Ziel angeschlossen, den Fairen Handel in ihrem Gemeinwesen zu unterstützen. Die Aktion wird  in Deutschland seit 2009 durch TransFair - Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt" e.V.  verbreitet (www.fairtrade-deutschland.de). TransFair überprüft, ob die Kriterien für den Titel "Fairtrade Stadt" erfüllt sind und verleiht den Titel für zunächst zwei Jahre.

Der Anstoß für den Prozess kam in Backnang vom  Forum Eine Welt e.V. Backnang. Vertreter unseres Vereins begannen Ende 2011, auf die Stadtverwaltung Backnang, Gemeinderatsmitglieder und Mit-Unterstützer zuzugehen und für den Gedanken zu werben. Eine Informations-Aktion beim Silvesterlauf 2011 in Backnang gab den "Startschuss", das Vorhaben voranzubringen.

Fairtrade Stadt zu werden beginnt mit dem Beschluss einer Kommune, sich für diesen Titel bewerben und sich somit für die Verbreitung des Fairen Handels einsetzen zu wollen. Dies geschah in Backnang mit einem Gemeinderatsbeschluss im Juni 2012. Gleichzeitig gehören mehrere Akteure aus Verwaltung, Einzelhandel, Vereinen, Schulen, Kirchengemeinden und dem Fairen Handel vor Ort dazu, die eine Steuerungsgruppe bilden, und daran arbeiten, möglichst viele Menschen für die Idee zu begeistern. Die Umsetzung der Kriterien liegt zum einen in der Verwendung von Produkten des Fairen Handels in Einzelhandel, Gastronomie, Vereinen und Kirchengemeinden, und zum anderen in Bildungsaktivitäten, Presse- und Informationsarbeit. 

Die Steuerungsgruppe in Backnang besteht derzeit aus Dr. Ralf Binder (Wirtschaftsbeauftragter der Stadt / Vertreter der Verwaltung), Melanie Billion (Lehrerin MER / Schulen), Gabi Ludwig (Geschäftsführerin der Weltladen Backnang GmbH / Einzelhandel), Dieter Schamal und Christina Skarpil  (Forum Eine Welt), Dirk Veeser (Vereine), Mathias Wurche (Einzelhandel, Gastronomie), Tilmann Schamal (Ev.und Kath. Gesamtkirchengemeinde). Diese Gruppe arbeitete an der Umsetzung der Kriterien: zum jetzigen Zeitpunkt beteiligen sich 14 Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe mit dem Verkauf und der Verwendung von Produkten aus Fairem Handel. Das Forum Eine Welt e.V. Backnang trägt mit seinem vom baden-württembergischen Umweltministerium geförderten Bildungsprojekt "Bildung für nachhaltige Entwicklung-Fairer Handel, Faire Welt" dazu bei, das Anliegen des Fairen Handels in Schulen in Backnang und in Teilen des Rems-Murr-Kreises im Schulunterricht zu verbreiten. Melanie Billion hat an der Max-Eyth-Realschule Fairtrade als Schwerpunktthema mit ihren Schülern bearbeitet. Die Evangelische Matthäuskirchengemeinde hat beschlossen, bei Gemeindeveranstaltungen fair gehandelten Kaffe und Tee auszuschenken und sich bei Beschaffungen und Vermietung der Gemeinderäume ebenfalls dafür einzusetzen, fair gehandelte Produkte zu bevorzugen. Die Backnanger Kreiszeitung berichtet über Aktivitäten in Richtung "Fairtrade Stadt Backnang". 

So konnten im April 2013 Herr Oberbürgermeister Dr. Nopper und der Vorsitzende der Steuerungsgruppe, Dieter Schamal den Titel "Fairtrade Stadt" für Backnang bei TransFair beantragen, und am 13.08.2013 eine positive Nachricht erhalten: am  26. Oktober 2013 bekommt die Stadt Backnang den Titel verliehen. Dazu ist ein Festakt im Historischen Rathaus mit Grußwort von Oberbürgermeister Dr. Nopper und Rahmenprogramm geplant. 

Dieses Ziel erreicht zu haben, stellt eine wichtige Etappe auf dem Weg dar, den Fairen Handel in Backnang und den Einsatz für faire Handels- und Produktionsbedingungen weltweit zu unterstützen. Um den Gedanken der Fairness und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu verankern und zu einem grundlegenden Kriterium für Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, politische Entscheidungen, und auch für das persönliche Einkaufsverhalten jedes Einzelnen werden zu lassen, braucht es viele weitere Schritte, Ideen, Aktionen, und Menschen, die daran mitarbeiten.

Darum ist der Titel "Fairtrade Stadt Backnang" ein Aufruf für einen Gedanken, und ein Aufruf zum Handeln. Interessierte und Begeisterte können sich einbringen mit ihrem Einkauf,  der Nachfrage nach fair gehandelten Produkten, bei der Mithilfe an Informationsveranstaltungen, Aktionen, in ihren Organisationen.... und über den Direkt-Kontakt :fairtradestadt@backnang.de. 

 

 

Fairtrade-Stadt: die 5 Kriterien

1. Beschluss der Kommune: Die Stadt strebt den Titel "Fairtrade Stadt" an. Bei Ausschusssitzungen, Ratssitzungen und im Bürgermeisterbüro wird Fairtrade-Kaffee sowie ein weiteres Fair-Handels-Produkt verwendet. 

2. Lokale Steuerungsgruppe: wird aus Vertretern verschiedener Zielgruppen (Städtische Verwaltung, Einzelhandel, Eine Welt, Kirchen, Schulen und Vereine, Medien) gebildet und koordiniert die Aktivitäten. 

3. Angebot aus Fairem Handel: mindestens 8 Einzelhandelsgeschäfte und 4 Gastronomiebetriebe bieten Produkte aus Fairem Handel an.

4.Öffentliche Einrichtungen: verwenden Fairtrade-Produkte und führen Bildungsaktivitäten zum Thema "Fairer Handel" durch. 

5. Medien: berichten in mindestens 4 Artikeln pro Jahr über die Aktivitäten.

 

 

 

 

 

Backnang schafft den Titel !

Backnang ist Fairtrade Town: Am 26.10. wird in einem Festakt im Historischen Rathaus der Stadt Backnang das Siegel  "Fairtrade Town" verliehen. Begleitet wird der Festakt von einer Ausstellung im Foyer zum Fairen Handel und dem Schulprojekt an der Max-Eyth-Realschule Backnang. Der Chor der Max-Eyth-Realschule rahmt mit passenden Liedern den Festakt, zu dem zahlreiche Gäste gekommen sind, ein. Herr Oberbürgermeister Dr. Nopper spricht ein Grußwort der Stadt Backnang als Gastgeber. Manfred Holz vom Verein TransFair, Dieter Schamal und Christina Skarpil vom Steuerungskreis betonen die Notwendigkeit, auf dem Weg des Fairen Handels und der Nachhaltigkeit weiter zu schreiten.  

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